dressurfehler

Association Path

Veröffentlicht in 1 von eindressurfehler am April 15, 2010

I started off in bed at 10 am with a decent cup of black coffee, 3 different kind of toasts and a yellow bathrobe with a red button at the collar reading „slob“. To begin the day I jumped in at Wired, always an inspiring realm. The first story that intrigued me was not the latest tech buzz (a sceptic article if blue ray versatile players might not be that future-proof…), but the featured article about „This day in Tech“, boasting a date not so much futuristic: April 15, 1452.

That day Leonardo da Vinci was eventually born – fair enough. An enchanting biography boasting the importance of this multifaceted talent, the prototype of the „Renaissance Man“. Then was stumbling over the notion of the well known „Vitruvian Man“ drawing, and could not quite retrieve instantly why it was called Vitruvian („Der vitruvianische Mensch“). A tiny black hole in art history was suddenly manifesting, so I decided to dig out more about this well-known icon of nowadays eclectic Logo society.

Da Vinci: The vitruvian Man – Der vitruvianische Mensch

After a wikipedia hop-through this quickly brought me to a wordpress blog called „thelearnersguild“ link . There the usefulness of diaries for learning was illustrated by the all different sketchbooks or diaries of Leonardo da Vinci, and of course the link to the Vitruvian Man. By the way, Bill Gates owns one of the original journals of Leonardo. The second protagonist for such notebooks they mention documenting a special life is Buckminster Fuller. One citation intrigued me, so I instantly had to post it to the pool for innovation & novelty, because it summed an attitude which seems all too idealistic nowadays. But Fuller is a living (now dead) successful example. I dug deeper into Fuller´s life and came up again with his strong legacy, revisited. You cannot overestimate iteration. The Manual for Spaceship Earth (Operating Manual for spaceship Earth by Buckminster Fuller (1963) text displayed at the BFI ) which resonated with my passion for Manuals and other topics surrounding this character. And he calls himself a verb – I would plead all living mankind to be more a verb and less a noun.

„I live on Earth at present, and I don’t know what I am. I know that I am not a category. I am not a thing — a noun. I seem to be a verb, an evolutionary process – an integral function of the universe.“

Buckminster Fuller in „I Seem To Be A Verb“ (1970)

Turning Bucky into an accessible stream of information including this article here as a kind of journal action, adding in some paths of research and copy left an right, up and down, well, took till 2:07 pm. Still in bed, laptop heating my belly, in a yellow bathrobe. Still slobbing out…

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Mauerseglersinkflug

Veröffentlicht in 1 von roberdniel am November 9, 2009

Ein seltsamer Tag. Mauerfalltag. Sylvester einer Zusammenführung, einer Verbindung, einer Auflösung von Grenzwertigem, ein Fall. Hochmut kommt vor dem Fall. Die verbundene Welt, die grenzenlose, ist alles, was der Fall ist. Was jener heute baut, reisst der andere morgen ein. Aber waren die getrennten „Parteien“ wirklich in Hochmut verstrickt, mit ihren Auftrennungen bestickt? Wer trennte den Saum an trennendem Säumigem, wie fügt sich Solidarität zusammen, welche Zungen teilt der zwiespältige Solidaritätszuschlag? Was wird hier wieder verbunden?

mauerstewards

Eine Bekannte schreibt: „9. November 1989, 21:30: Ich komme aus der Sauna (…fast wie Angie in Berlin) allerdings in Naumburg an der Saale, wo ich studiere. Meine Studienfreunde empfangen mich mit den Worten: ´Die Mauer ist gefallen!´
9. November 2009, 21:30: Ich komme vom Klavierunterricht und schaue meiner kleinen Tochter beim Schlafen zu. Ihr Vater kommt aus Frankfurt (Main), ich komme aus Sachsen Anhalt. Ja, ich glaube daran, dass Träume wahr werden, wenn Mauern fallen!“

Ich glaube daran, dass Träume und Mauern fallen können. Dass heisst nicht, dass Mauerträume und Traummauern dasselbe sind.

Noch 20 Jahre nach dem Kollaps einer Staatsidee spaltet die Thematik Gemüter und Städte. Was hast Du am 9. November 1989 getan? Kein Ahnung. Nicht jede geschichtliche Blase im soziopolitischen Teppich ist auch eine aktualhistorische Erinnerunsgfalle. Ausser im Fall der Anwesenheit bei der plötzlichen Abwesenheit von bisher Getrenntem. Und das wird heute grosspurig begangen.

In Wahrheit ist die Veranstaltung auf kleinen Spuren unterwegs, und gerade das Unterwegssein gerät zum Spiessrutenlauf. In Berlin wurde die Mauer zum Zweck der Befeierung wiederaufgebaut. Auch wenn so manche Stimme der Stadt einen erneuten Mauerbau und die reaktionäre Wiederhestellung alter Zustände nicht unbefeiert lassen würde, haftet einer solchen Mauer besonderer Zynismus an. Es ist eine demokratische Volksfest-Unterhaltungsmauer, eine Kinder-Jalousie mit bunten, geöffneten Lamellen für die wandernden Blicke, aber eine fein säuberliche Trennung für die wandernden Körper. Ein 4m Niemandsland mit einem Pappmaché-Henge als astronomische Mittelstreifen-Kultstätte, graffitisiert von Kinderhänden, Weltverbesserungsanwärtern und Sponsoring Konzernen. Es ist ein veritabler, zeitgeistiger Eventgraben geworden.

Sinnbilder einer Handreichung sucht man hier vergebens. Orangene „Stewards“ halten die Massen von ungebührlicher Aktion ab und beaufsichtigen den Herdentrieb des staunenden, knipsenden Digitalkameranutzviehs. Wo sind die Menschen geblieben, die sich durch die Breschen drängten und umarmten, in Angst sie könnten doch noch gehindert oder erschossen werden? Jetzt plärrt Werbemusik aus den Lautsprechern, die Videowalls künden von den Produktverheissungen der Eventsponsoren und der schreckliche Moderator führt unerhebliche Gespräche mit verirrten Alltagsmenschen, die wirre Zeiten hinter sich gelassen haben, und im prekären Wohlfühlstand angekommen sind. Nutella-Crepes, Espresso und Eventgastronomie, transparente Retorten-Politikertribühnen, um vor dem misslichen Regen der Zeit zu schützen, aber zumindest Durchblick fürs hintenstehende Publikum zu suggerieren.

Das wäre alles noch nicht allzu schlimm, wenn die Organisation diese quere Dominowand, an und für sich für Menschen durchlässig, nicht bewachen und links und rechts mit Zäunen armieren liess. Nur strategische Übergänge, checkpoints ohne check, wurden offen gelassen, all diese Kontrolle wahrscheinlich nur, damit die Grundmessage nicht vorzeitig explodiert: Die Mauer aus bemalten Dominosteinen soll im richtigen Moment medienwirksam „fallen“. Das muss geschützt werden. Diese Mauer. Das Kunstwerk, der schlaue Trick von Marketingspezialisten, der den Einheitsgedanken in ein griffiges Fernsehbild fassen soll, das noch jeder Provinzdödel begreifen kann und das man getrost in alle Welt als Sinnbild von Befreiung überträgt.

Durchaus ein Plan. Nur, die Massen drängen sich am Standort der alten Mauer herum und durch künstlich geschaffene Nadelöhre durch nach ehemals Ost oder West, dass manche der Übergänge schon am Vortag richtungsgebend gesperrt werden „müssen“ – also z.B. nur nach „West“ an der linken Seite von Brandenburger Tor, vom Osten aus gesehen. „Nein, das war so nicht geplant, aber die Leute…“ meint ein Steward mit kahlrasiertem Schädel freundlich, aber bestimmt. Für ein zurück in den „Osten“ muss man das ganze Brandenburger Tor erneut umrunden, sich einfädeln lassen inklusive die großräumigen Umgehung des Eventplatzes mit Bühnentechnikaufbauten und versprenkelten semi-schicken Imbissbuden. Es macht Laune, sich einfach ins Adlon auf auf der Ostseite zu setzen, irgendeine ausländische Zeitschrift aufzuschlagen, importierten Kaffee zu trinken und an etwas ganz anderes zu denken.

Warum haben sie die „Steine“ nicht mit Stangen am First gesichert und die Leute durchlaufen lassen? Vielleicht gäbs hie und da ein paar Graffiti oder Grüsse mehr auf den „Kunstwerken“, aber was würde das schon machen?  Mit der echten Mauer ist man ja auch nicht zimperlich umgegangen. An der Eastside Gallery wurde sie dieses Jahr sogar renoviert, man stelle sich vor. Der Beton sandgestrahlt und ausgebessert, die Graffiti NEU aufgetragen. Also eigentlich andere. Versuchen Sie mal etwas auf den Berliner Dom zu zeichnen…Auch wenn die Graffiti Kultur in Übermalung verwurzelt ist, aber die Berliner Mauer, oder besser, das längste Stück, was von ihr übrig ist, zu renovieren, inkl. der Street Art mutet doch etwas sonderbar an.

Aber immer noch besser echt denn aus Styropor. Und hat sich schon jemand mal überlegt, dass umgestürtze Dominosteine eine wundebare Mauer abgeben? Lücken geschlossen, kein Durchgang, ein Umfaller, kein Umsturz, eine Barriere wird geschaffen, nicht geöffnet. Wo vorher Lücken waren, klaffen jetzt nur mehr Trümmer…

Das wäre alles weiter auch nicht so schlimm, der clevere Einfall mit dem Dominoeffekt ist harmlos genug, um nicht dauerhaft hinterfragt werden zu müssen. Es ist egal, ob der Fall des DDR Regimes wirklich als ein Effekt einander in vorausberechenbarer Abfolge bedingender Gründe illustrierbar ist, es ist wahrscheinlich auch egal, ob Kinder und Jugendliche wirklich die treibenden Faktoren waren, die der Veränderung den Anstoß gaben, es macht auch nichts aus, dass der Domino-Begriff den Mantel als verhüllende Tarnung miteinschliesst und die Kettenreaktion nicht zu den allerbeliebtesten Gesellschaftsspielen gehört.

Viel schwerwiegender ist, dass die geographische Nähe zu einem berühmten, rezenten Denkmal Fragen der Symbolik aufwirft. Hohe Steine, viele, nebeneinander, Quader, stehend, liegend ein Feld davon. Die Interferenz erscheint bestechend, begibt man sich in das Mahnmal neben der aufgebauten Spielsteinstrecke. Dann erglänzen die bunten Steine wie eine Kette aus einem Kinderzimmer der Jahrhundertwende, selbst bemalt, vielleicht sogar emailiert. Daneben aber zeichnet sich dunkel und basaltartig in Reih und Glied das Denkmal für die ermordeten Juden Europoas ab. Ausserirdisch wie ein Feld von Stanley Kubricks Monolithen, grau und schweigend neben dem lärmenden Spielepfad. Ein Gräberfeld zieht die Rhetorik des Sieges über Grenzen in ihren Bann. Ein paar Nadelbäume säumen als Vorhut vorsichtig den Übergang, und es verirren sich immer wieder Gäste der Mauer in die Betonsäulen der Erinnerung. Eine gespenstische Entente. Nicht auszudenken, wenn des Mauerseglers Gewicht auch die Betonstelen ins Wanken bringen würde, oder der Sinkflug der Spielsteine von der Geschichte festzementiert bliebe…wir hätten eine andere Welt.

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Hungerdesign

Veröffentlicht in 1 von eindressurfehler am Oktober 25, 2009

Warum der weltweite Hunger unsere Glaubwürdigkeit bedroht. Hillary Rodham Clinton hat ihre Meinung über die geschätzte eine Milliarde Menschen, deren Existenzkampf sich nicht um Fernsehprogramme und sozialen Abstieg in einer Welt des nahen Überflusses dreht, sondern um die Nahrungsmittelbeschaffung, kundgetan (Tagesspiegel vom 16. Oktober 2009 auch erschienen z.B. in der HuffingtonPost und im Jakarta Globe).

Wunderbar, könnte man sagen, würde sich hier nicht offen der obszöne Abgrund auftun, den die neue Weltordnung monströs im Stillen gebiert (oder ist dies gar keine „neue“ Weltordnung, sondern bloß die vielfältige Wiederholung immer derselben, langweiligen Kräfteverhältnisse und ihrer „automatisierten“ hingenommenen Konsequenzen?). Der Hunger der Welt kratzt an der Glaubwürdigkeit (sofern es überhaupt um eine solche geht) unseres Empathiewillens und seiner Konsequenzen. Ja, auch Empathie kann man wollen. Mitgefühl muss man nicht als biologische Notwendigkeit menschlicher Wertehaltung ansehen. Hier geht es um materiellere Quantitäten und Qualitäten. Für die Überflussgesellschaft unvorstellbar, für einen entwürdigend großen Teil der Weltbevölkerung ist Einkaufen im Supermarkt nicht Grundrecht. Besser, es geht nicht einmal um die Option etwas einzukaufen, weil die Kaufkraft fehlt. Es geht um eine Massenverletzung des grundlegenden Persönlichkeitsrechts (siehe Menschenrechte und Folter), des Sozialen Menschenrechts Art. 6/7 und alle Menschenrechtsverletzungen, die bedingen, dass Hunger für eine unvorstellbar große Zahl „gleicher“ Menschen an der Tagesordnung steht – und nicht der Griff ins Supermarktregal.

Nicht die Biologische Qualität steht bei diesem Teil der Menschheit im Vordergrund, die Qualität der Auswahl aus einer Diversität von Reformhäusern und BioSupermärkten (ob BioBio nun Bio oder Bio ist, auch nicht warum es plötzlich überhaupt biologische Nahrungsmittel gibt im Vergleich zu was ? – Plastikessen ?!, undverdaubaren synthetischer Unnahrung, Waschbetondrops? Essen sollte doch natürlichweise biologisch sein und nicht designed — ?? — klingt künstliches Essen nicht schon an sich ungesund ? – warum nennt man nicht endlich Nicht-Bio Lebensmittel ehrlicherweise „künstliche Lebensmittel“?), sondern die pure Beschaffungsproblematik von überhaupt Ess- und Trinkbarem, egal was.

EINE MILLARDE? Im Jahre 2009? Moment mal…das kann doch nicht Frau Clintons gemahnender Ernst sein, hier wird, wie mit einem kleinen „leider“ versehen die absolut indiskutable und rotzfreche Tatsache wie selbstverständlich verdeutlich und fast wie eine unabwendbare Naturkatastrophe kolportiert, dass als unleugenbare Tatsache ein knappes SIEBENTEL, also ca. 14,26% der Weltbevölkerung von ca. 6,8 Milliarden Menschen (Quelle DSW) HUNGERT oder unter Beschaffunsgnotstand des täglichen Lebensmittelbedarfs in brauchbarer Qualität leidet (zynisch und unbotmässig vereinfacht ausgedrückt: einer Miliarde Menschen auf der Erde fehlt immer noch täglich eine Hand voll Reis und ein Liter sauberen Wassers, als Einzelweihnachten wahlweise zum Frühstück, Mittags oder als Abendsnack — wahlweise heisst ENTWEDER ODER nicht sowohl als auch, also nur einmal am Tag, und nicht 3x wie im Westen üblich und sperrangelweit von jedem Pausenschlägerschulhoffratzen und seinen Eltern, von Clochards und CEOs gefordert? Reicht das? Braucht man da z.B. mindestens nicht auch noch einen Kocher, ein bisschen Brennstoff (Holz/Kohle/Gas/Strom/Dung?), einen Topf, eine Schale zum Hineinfassen (wer braucht schon Besteck, wenn er Hunger hat?), abgesehen von Gewürzen, Salz, Dessertkuchen usw.?) Derjenige oder diejenige, der/die sich an künstlicher SchnellEssenskettenschwäche erfreuen erahnen, dass eine Schale Reis kein Menü ausmachen kann und man davon sogar schneller wieder Hunger bekommt als hätte man nur einen frischen Gartensalat ohne Dressing hinuntergeschlungen. Ganz zu schweigen vom wilden Brennstoffrausch jedes 0,5l Schwarzgetränks inkl. eingebauter schaumprickelnder Luftblasenparty.

Das kann nicht der minimal akzeptable Versorgungsernst sein, das ist vorsätzliche Folter. Und das ist kein Witz, das ist für 1.000.000.000 Menschen tägliche, bittere Qual. Eine Milliarde Menschen, die sich nicht einmal selbst versorgen können. Menschen, die für niemanden arbeiten sind so gesehen schlechter gestellt als Sklaven, die wenigstens für zu geringen Lohn arbeiten und deren Arbeitskraft irgendjemand als erhaltenswert erscheinen mag – der würde sie zumindest durchfüttern, damit sie arbeiten können. Leute, die nur hungern scheinen in keiner Produktivstatistik auf, sie sind die namenlosen Verlierer einer erbarmungslosen Wertschöpfungskette, in der nur derjenige Wert hat, der Wert produziert. Menschen ohne oder mit zu geringem produktivem Nutzen laufen Gefahr wertlos zu sein. Dass solchen „Wertlosigkeiten“ nicht die adäquate Hilfeleistung zu Teil wird, ist in einem solchen System (ist es wirklich eine „System“ oder ein unsystematisches Zulassen? „Es“ passiert?!) fast allzu verständlich – wenn man für eine solche Haltung überhaupt Verständnis aufbringen will und sie nicht als das sieht, was sie auch kaum kaschiert: eine schier unmenschliche Menschenverachtung.

Hier ist eine Millarde weit schlimmer dran als z.B. die Knechte und Mägde in dem Film „Die Siebentelbauern“ von Stefan Ruzowitzky. Diese zanken sich wenigstens um irgendein Erbe und nicht bloß die blanke Existenzberechtigung und – grundlage. Das zweitere bedingt zumindest gefühlsmässig das erstere. Aber auch dieses Unterhaltung österreichischer Provenienz bedient niedrigste Gelüste, die doch um einiges tiefer stehen als die Priorität des täglichen Brotes (das VaterUnser betet zwar „das täglich Brot gib uns heute“ aber wer bittet für die Anderen?). Die Geschichte um das Gesinde, das aus Rache an einer Dorfgemeinschaft einen Hof erbt, bedient paradigmatisch trotz oder wegen aller Schwierigkeiten und Wiederholungen der Verhältnisse, eine kalkulierte Aufstiegsillusion (WinWin, alle gewinnen IMMER! Auch DU wirst Glück haben, warte nur und sieh zu und juble, wenn die die wenigen vorgeführt werden, die „Es“ geschafft haben). Erbende Knechte sind im Establishment angekommen und regieren im Überfluss wie Großbauern und sind klarerweise unendlich viel reicher als das eine Siebentel, das nichts zum Essen auf den Tisch bekommt, aus welchen zufälligen Umständen heraus auch immer. Die Tellerwäscher-zum-Millionär Karotte befeuert schon immer die Traumfabriktretmühle der Unter- und Mittelschicht der Welt, es irgendwann zufällig oder mit Fleiß doch zu schaffen (am besten aus Zufall heraus, Zufall muss nichts können, der fällt zu, das kann für JEDEN der Fall sein, gefälligst, Glück muss man haben, wirst schon sehen, am Sonntag spiele ich Lotto, wenn ich da gewinnen sollte, wird alles anders – manche Menschen auf dieser Siebentelwelt haben von Lotto noch nie etwas gehört und würden den nährstoffreichen Wettschein auffressen, wenn sie ihn in die Hände bekommen –).

Hier wird „Rabbitstarvation“ im großen Maßstab betrieben und es sind meist nicht mal Hasen als mitunter gefährliche Nahrungsgrundlage im Spiel, sondern weit weniger ergiebige Ressourcen. Man kann regelmässig essen und trotzdem verhungern. Als mögliche Ursache des Ablebens des Aussteigers Christopher McCandless (verfilmt 2007 „Into the Wild„) im Gespräch, wo die Bilanz von Energiezufuhr und Energieverbrauch über Monate zum langsamen Hungertod führen kann. Bemerkenswert für eine Wegwerf-, Zucker- und Diätgesellschaft, die sich gefällt im Zügeln der unmäßigen Aufnahme überbordender Nahrungsangebote. Wer weiß, vielleicht lernt die Nahrungsmittelindustrie schon und verkauft zu gleichen Preisen weniger Inhaltstoffe, um heimlich als Regulativ der Volksgesundheit zu dienen? Vielleicht sollte man das aber eher als profane Geschäftemacherei auf dem Rücken der Kundengesundheit bezeichnen. Bei dem ubiquitären Nahrungszusatz Zucker ist die Zahnärztelobby sicherlich auch nicht undankbar…

Man kann nach mindestens 50 Jahren nationaler, internationaler Bemühungen governmentaler und non-govenmentaler Anti-Hunger-Programmen die aktuelle Situation (zu Schätzungen siehe z.B. FAO oder WFP) nur ungeschönt als TÖTUNGSABSICHT, im übelsten Fall als geplanten MORD im besten als ABSOLUTE ORGANISATORISCHE UNFÄHIGKEIT werten. Das ist nicht genug getan, es ist himmelschreiend viel zu wenig. In jedem Fall erfüllt es den Tatbestand inhumanster Folter durch Vorenthaltung vorhandener Ressourcen und oder deren Zerstörung. Verhungern lassen ist eine der perfidesten und langwierigsten Tötungsarten. Warum wird dieser Massenmord nicht öffentlich angeklagt, sondern im besten Fall passiv als Weltübel beklagt? Auch wenn Vorgaben gesetzt werden, z.B. die Rome Declaration 1996, die Anzahl der Hungernden auf der Welt bis 2015 zu halbieren. Schön, aber sogar wenn das klappen sollte (im Moment sieht es überhaupt nicht danach aus), wer verantwortet die übrigren 500 Millionen? Wer wählt sie aus? Wer zeigt mit dem Finger auf ein Schicksal und entscheidet, du darfst leben, du erst in 20 Jahren, vielleicht, wenn Du bis dorthin überlebst (unwahrscheinlicherweise)?

Lasst doch die Versprechungen und sagt, dass ihr den Leuten nicht helfen wollt. Seid ehrlich, dass ihr nicht wisst, wie ihr das anstellen sollt, gebt euer Versagen zu. Das wäre zumindest ein Anfang. Und schiebt es nicht auf die Bevölkerung, die euch gewählt hat, oder eure Produkte kauft. Global denkende Kräfte haben globale Verantwortung, lokal denkende Menschen sollten sich darauf verlassen können, dass sie nicht einmal in die Situation wie aktuell im Kongo geraten, weil sie in irgendwelche internationalen Interessenskonflikte geraten. Aber daran sind schon UNO-Generalsekretäre, die es gut meinten, fatal gescheitert, wie Dag Hammarskjöld.

Wenn die Zahlen auch nur im Ansatz stimmen, ist zwar die Weltbevölkerung seit den 70er Jahren erheblich gewachsen, aber auch die Hungernden und Schlecht- oder Unterernährten haben sich VERMEHRT. Der Anteil an unterernährten Menschen scheint seit dem Erhebunsgbeginn gesunken zu sein (von 24% auf ca. 13%), aber hier geht es nicht um relative Zahlen sondern Einzelschicksale. Lassen Sie auch nur 1 Person, vielleicht sogar ein Kind nachgewiesenermassen verhungern, steht das sofort mit einem Schlagzeilenaufschrei in den Zeitungen, man wird Sie ob ihrer Grausamkeit zerreissen, Sie sozial ächten und für lange Zeit ins Gefängnis stecken. Und was passiert bei einer Millarde verschiedener Fälle? Kein einziger Prozess. Kein kollektiver Aufruhr. Die Meinung der amerikanische Aussenministerin auf Seite 8. Keine Strafverfolgung. Keine Anklage. Eher ein politische Prioritätenschau, ein Kommunikationsversuch, aber kein Aufschrei. Diplomatie hat offensichtlich versagt. Jede Minute ist zuviel.

Es muss für 1 Millarde Fälle international strafrechtlich Ingerenz schlagend gemacht werden, d.h. dass eine GESCHAFFENE GEFAHRENSITUATION auch VERPFLICHTENDE HILFELEISTUNG nach sich ziehen muss. Für die unterlassene Hilfeleistung und die resultiernden Toten muss sich der gesamte Rest der Welt, die anderen 6 Siebentel verantworten. Wirklich jeder? Jeder einzelne wäre den Repräsentanten recht, aber natürlich sollte sich nicht die Bevölkerung und ihre Wirtschaftsleistung mit ihrem Konsumverhalten schuldig fühlen, sondern diejenigen die deren Geschicke und Meinung lenken die Massen dorthin hineinmanipuliert haben nicht so genau hinzusehen und mit Spenden Gewissen zu beruhigen, es wird sicherlich genug getan. Man tut ja selbst auch etwas. Als Repräsentaten des nicht-hungernden Teils der Weltbevölkerung haben sich Industrie und Politik stelllvertretend für ihr Volk für diese Unterlassung zu verantworten. Für diese Unterlassung als Kalkül. Klagen wegen Ingerenz gegen so viele internationale Repräsentanten und Programmleitungen wie möglich werden auf Betreiben des Autors gerade juristisch geprüft.

Jeder kleine Projektmanager würde bei einer solchen Leistungsbilanz über 50 Jahre fristlos rausgeworfen werden, und da ginge es aber vielleicht um Unterhaltungsprodukte oder die Akquise von Versicherungskunden und nicht um Menschenleben. Bitte, ersparen Sie uns Anhörungen, Begründungstiraden, Rechtfertigungskampagnen redegewandter Spindoktoren, peinliche politische Winkelzüge und zauberkunststückhafte Ablenkungen z.B. in Form von Diskreditierungen oder offensichtlichen Bauernopfern.

YOU ARE FIRED!

UNO, WHO, WFP, Regierungen, Einzelinitativen, NGO´s etc., alle die von sich selbst wissen, sie hätten etwas tun können, mehr tun können als auf den Agendapunkten stand, mehr tun, als opportun war. Etwas riskieren, um ein Statement zu machen, um die Situation WIRKLICH zu drehen. Von ca. 800 Mio Hungernden 1969 auf 1 Mrd. 2009? Wohin sind die Hilfeleistungen, die Steuergelder verschwunden, die zweckgebunden mit bestem Wissen und Gewissen aufgewandt wurden? Was ist NACHHALTIG verändert worden, in kritischer Eigenevaluation? Wieviele Menschen starben unnötigerweise nur seit 1969 trotz aller globaler Hilfe? Es ist egal wieviele gerettet worden sind. Es ist selbstverständlich, dass Menschen gerettet werden, das ist DER JOB all dieser Initiativen. Wichtig ist, in welchen Fällen sie IMMER NOCH scheitern. Und hier sind die selbst erhobenen Zahlen allzu deutlich. Egal, was vorgebracht wird, alles Gute, Sinnvolle und Nachhaltige das bisher unternommen wurde – den Nachhaltigkeitsdiskurs z.B. haben wir schon seit Jahrzehnten, der einfache Abwurf von CARE Paketen oder Verteilung von Mehlsäcken und Zucker (sic!) muss doch im Groben schon längst flächendeckend durch klügere Konzepte ersetzt sein. Oder etwa nicht? – hier hilft läuternd nur der Blick auf die erhobene Statistik. Sollten die Zahlen stimmen und nicht Schindluder mit unserer westlich gesättigten Empathie getrieben werden (und vielleicht alles gar nicht so schlimm ist – vielleicht hungern ja nur 450-500 Millionen oder gar 1,5 Millarden…?), dann wäre es doch ehrlicher endlich zuzugeben:

„WIR WOLLEN GAR NICHT, DASS NIEMAND HUNGERT! WIR HABEN VORTEILE DARAUS! WIR NEHMEN DIES ALS KLEINERES ÜBEL FÜR DIE SATTHEIT DER ANDEREN IN KAUF! SO MUSS ES SEIN, ES GEHT NICHT ANDERS!“

Vielleicht identifizieren sich große Teile der versorgten Weltbevölkerung mit solcher Ehrlichkeit und dann müssen Sie auch kein schlechtes Gewissen haben, denn sie könnten es als Naturnotwendigkeit erkennen und einfach damit leben. Pech für die anderen, aber es gibt keine Alternativen, die Ressourcen sind begrenzt und wer hat der hat, wer nicht, der hat schlechte Karten gezogen oder ist selber Schuld. Ende der Diskussion.

Wehe aber, es stellt sich irgendwann einmal heraus, dass es doch gegangen wäre, dass es nur am Willen einzelner, an der Faulheit gewisser, an der Veränderungsresistenz mancher, an der Gewohnheit vieler gelegen ist, Alternativen zu etablieren und die ganze schöne Blase platzt, nichts tun zu können, weil Realpolitik da, und Logistik dort und überhaupt, — was ist wenn sich all das als psychologische Propaganda herausstellt, die die realen Optionen verschleiert und verdeckt, die die Versuche unterdrückt, die Visionen erstickt und das simple Mitgefühl in einer einzigen menschlichen Problematik begräbt: Sich nichts anderes vorstellen zu können. eine Welt als DIE Welt hinzustellen und die schlimmsten Verbrechen der Menschheit gegen die Menschheit als Notwendigkeit abzutun, als ginge es nicht anders. Da wird Ungeheuerliches still in Kauf genommen, das ist offensichtlich.

Es darf keine Umwälzung auf die Bevölkerung als Politik der Ablenkung akzeptiert werden. Es muss Konsequenzen haben, dass unnötig Menschen sterben. Macht ist nie ohne Gesicht – es zeigt sich nur nicht gerne. Die wählende Bevölkerung ist schon viel zu lange scheinbar machtlos, aber es ruht sich nicht gut auf Knochen. Die Glaubwürdigkeit steht nicht mehr auf dem Spiel, die ist schon beim Teufel. Es ist zuviel Zeit vergangen. Das kann nicht einfach so gewachsen sein, das hat keine Natürlichkeit, das ist Design. Das Design des Hungers aufgrund der Bequemlichkeit weniger.

Man darf nicht schweigen.

Man muss Alternativen und reale Veränderungen fordern.

Man darf aus Bequemlichkeit niemand aus der Verantwortung entlassen.

Hunger ist keine Krankheit, sondern ein lokales Produktionsproblem und ein globales Verteilungsproblem.

Es gibt genug professionelle Fachkräfte und praktische Spezialisten und hochgebildete Theoretiker auf dieser Welt. Es ist eine Frage der Organisation und des Willens.

Wir haben die Ressourcen – sie nicht zu nützen, kommt fahrlässiger Tötung gleich.

Ein Versuch in eigener Sache, die Problematik auf den Punkt zu bringen, ist im Zuge des Google 10to100 Ideenwettbewerbs entstanden:

PLANFORAPLAN.org

Leider hat Google nicht wie versprochen die User entscheiden lassen, und alle Ideen zugänglich gemacht, sondern intern redaktionell die Vielfalt vereinfacht, auf wenige Kategorien zusammengefasst und damit den basisdemokratischen Stachel genommen sowie dadurch vermieden, vielleicht die eine oder andere lukrative Innovationsidee zu veröffentlichen (TechCrunch Bericht (engl.) und die 16 Schubladen auf der Google 10to100 Projektseite). Den Hunger in der Welt zu bekämpfen ist keine eigene Kategorie geworden. Neue, innovative Banksysteme schon…

Lyrics for a foolhardy world / Lied für eine vermessene Welt

Veröffentlicht in 1 von eindressurfehler am Oktober 8, 2009

Vorratsdatenspeicherung, Pantheismus, pompino,
Monotheismus, Hairspray, men´s magazines & kino,
Foucault, narrow, sorrow, no income, no fairplay,
Anschlag, Bombe, Atom, a serious game, no fame,
Entführung, Kaffeejause, pause, the fourth generartion, Lohn,
Stahlplatten, plants, crates, cunts, Kant, Sex, Porno, pants & Hohn,
Inder, legal, action, Keller, Kirschen, Kuchen, Kellner, Kinder,
cockroaches, cocks, Treffen, Demo, Handel, Wandel, shafts & socks,
Rakete, crisis, Haselhuhn & bank, insurance, Zank,
criminals, jean, Jean Luc, truc, Apollo, follow,
Waffen, Verschieben, sieben, hüben, drüben, trüben,
Geldwäsche, Tassen, kriminell, Wässerchen, shiva, diva, corporate design, wine!,
social, Musik, Schrank, sound, pound, trallalla, profound,
Sockelbetrag, Grundeinkommen, Überbildung, Unterschichtung, bound,
Bologna, Luxus, Wissen, Bildung, Bautenideal, stürzen, kürzen, Pfahl,
bolognese, Kissen, Sold, bitter, kahl, Gold,
àtame, fame, Fabrik, Effizenz, Turbo & Lenz,
ritsch ratsch, the workers know too much,
Aristophanes, Sappho, Apollinaire, Hartz am baum, Saddam IV., ein Tier!
schwarz, verdeckt, gecheckt, Chemie, tree, end,
biologisch, yogisch, logisch, the trend is near, band,
System, Kampfstoffe, ich hoffe, land´s end,
Playboy, Party, Penthousekey, muscletraining, pain in vain,
Tartanstoffe, Milzbrand, Filz, Krampf, log, Code, hog,
Krümel für die Armen, Armeen für die Krümel, block, road, rock,
knacken, Schlüssel, Schissel, geheim, weapon, bomb, missle,
albumen, album, rag, Zweckentfremdung, egg,
illegal, earthquake, grain rain, braindrain, a lane of pain,
23, nippon, nipple, president, no option adoption, resident, comb,
bowl of lice, error, terror, nuclear, gas, Gras, 123456dumb,
brass, bass, hass, wingmen, yes we can, Pomp,
dreck, attack crack, Reinheit, Fleckenlose Feinheit, hump,
secret, criminal, plan, dan, pin, plain, pink, think, link,
Pentagon, pentateuch, triangle, Gauss, White House,
Manowar, Unreal, deal, Denial of Service, Vogel, Strass,
Aurora, Echelon, Anthrax, 42, Pidrittelhalbe, Kannibalismus, disco, Dante,
elektrofarben, fun, tea & earthbiscuits, terra preta, serientäter,
torture, nurture, Pass,
Loge, Verschwörung, Beschwörung, Flip, Aktientipp, RIP,
Meinungsfreiheit, Weltherrschaft, fancy Nancy, Ron con Cola,
wir tanzen auf Meilensteinen Rumba, aus Kalashnikovs die Stola,
Freimauerer, Maurer, Politessen, Interessen,
The World Trade Center was only the beginning?
The Ping Period is the end, a „we“ is singing.
Eat less cookies, crookies.
„Innere Sicherheit!“ ist das Versagerargument eingeschüchterter Höflinge und
opportunistischer Mitläufer – ein Lieblingsleben im Kaninchenstarrkrampf.
E-Mail-Abhöridioten aller Länder, hört die Signale.
Security reasons make reason insecure.

Why not?
Live a happy ending.
End of line

# put this in your email signature, if you dare. # i do #

Statistiken der Konjunktur

Veröffentlicht in Konkrete Aussage von roberdniel am Februar 16, 2009

Ein Hoch auf die Fertilität und Reproduktion von Kopfgeburten. Vor allem bei Männern nimmt der Kinderwunsch zu. Das findet besonders die deutsche Familienministerin gut. Plus 3400 zwischen Januar und September 2008, ein geschätztes Plus von 5100 im gesamten letzten Jahr. Wenn die Wirtschaft wankt, hat die Familie Konjunktur. Warum nicht beruflich ins Elternfach wechseln, wenn die Jobsituation kippt? Die Gesellschaft lässt angehende (wie geht man da heran?) Elternschaften nicht alleine. Der Gesellschaftskamm schwillt, wenn die sexuelle Volksproduktivität mit schwarzen Geburtenzahlen zu belegen ist. Regierungen loben sich aber gerne selbst und das familiäre Ministerium nimmt eine Fluktuation  von 5100 Plusgeburten bei einer Vorvorjahresgesamtheit 684.862 zum Anlass, die Vaterrolle präventiv zu kränzen und die Familiengründungslust bei Paaren ab 30 herrlich zu umjubeln. 0.745 % Plus! Sensationell. Da muss etwas dahinter stehen, eine Woge, ein Massentrend der unerkannt durch die Schlaf- und Wohnzimmer geistert und den ungeschützten Bereitschaftsverkehr ankurbelt. Schwangerschaftsausbrüche! Immer mehr und mehr Kinderproduzenten von Kinderkonsumenten! Ein Tsunami an der Küste der Kindschaftsanwärter. Die Seelenhalle wird in einem Zug leergetrunken. Und doch nur schönste demokratische Propaganda. Die einzige Geburt, die sich dabei vergrößert ist die des Familienreports der Familienministerin, die ihre Kopfgeburtenrate, den Wechselbalg für die Massen als Erfolgsstory verbuchen und verbreiten lässt. 0.745%? Kein Wort zur natürlichen Schwankungsbreite. Powerplay in RadiofunkTVprint. Ein weiteres reaktionäres Dramolett im Angesicht viel weitreichenderer Propagandawogen. Hier scheinen sich Weltwirtschaftskrise und Nachwuchsbrutkontrolle gegenseitig hochzukitzeln. In beiden Bereichen hat die Psychologie der Statistiken Hochkonjunktur, nicht „harte“ Fakten. Leute werden nicht entlassen, weil kein Geld mehr vorhanden ist, sondern weil es in einer Stimmung der Existenzangst ohne große Gegenfragen und Blicke in positive Bilanzen oder Rücklagen leicht durchzubringen ist. 0.745% Kinder werden nicht zusätzlich geboren, weil sich mögliche Eltern gesellschaftlich um 0.745% besser aufgehoben fühlen. Büros und langjährige Mitarbeiterstäbe werden nicht aus dem Unternehmenszaun entfernt, weil sich die Firmen keine Umfriedungen mehr leisten können, sondern, weil sie ihre Bilanzen tunen, sich sanieren, andere übernehmen, noch mehr Geld verdienen wollen, und sich von unliebsamen Ballast endlich entschuldigungsfrei trennen können. Als notwendige Sparmassnahmen getarnt ahmen sich erstarrende Firmen gegenüber der Belegschaft gegenseitig nach und scheinen nur ihre gebrandete Haut retten zu wollen. Es geht um die Wurst. Aber dabei sitzen wir mitten im vollgestopften Fleischerladen.“Sparen“, was für ein totgeschlagenes Wort bei den hunderten Milliarden an Steuergeldern, die den Verursachern dieser grassierenden Kaninchenstarre in den Hals gesteckt wird. Die Politik der Angst, durch ausgesuchte Zahlen und Beispiele monströs, unaufhaltbar und uneinschätzbar gehalten, wird zum grössten grotesken Volksaderlass aller Zeiten inszeniert. Die instrumentalisierten Massen werden bei Entlassungswellen der kommenden Monate scheinbar nichts anders übrig bleiben, als an die Katastrophe zu glauben, und alle Werte, einschliesslich der eigenen als unwiederbringlich verloren, vaporisiert und schicksalshaft weggezaubert anzusehen und die Schrecken der Statistiken mit offenen Mündern zu verfolgen. Sie werden ausgeweidet dastehen, triefend vor Blut und sich freuen müssen, am Leben geblieben zu sein. Stattdessen hat haben Kapital und Eigentum nur den Besitzer gewechselt. Verbrannt worden ist nur die Hoffnung auf nachhaltiges Vermögen der Mittelklasse. Dieser Melkkuh wird gerade das Mark aus den Knochen gesaugt. Dass sie deshalb auch gleich mehr Nachwuchs produzieren soll, versteht sich von selbst. Und wieder etwas aufbauen, etwas ansparen, das die nächsten Ernte noch reichhaltiger werde als diese. 0.745% Rendite wird Aasgeiern des Familienglücks zu wenig sein – also soll der Mittelstand mehr Kinder kriegen und gerade in der Depression säen. Auf, auf, damit sich die nächste Konjunktur auch ordentlich auszahlt… 

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,607676,00.html

übers leben

Veröffentlicht in Allgemeiner Reflex von friedhofcapri am Februar 16, 2009

was bleibt über? 

- ein reaktionärer trendüberblick eigener meinungsbewerbung:

über leben statt überleben. über das leben zu reflektieren ist der luxus der industrialen und postindustrialen gesellschaft. ohne den nervenkitzel des überleben-müssens im nacken, in einer wohlstandsgesellschaft, in der höchstens das prekariat, aber nicht der hunger oder wilde carnivoren lauern, ist zeit, sich über sein leben gedanken zu machen und es in die lebensart einfliessen zu lassen. uns ist im wahrsten sinne des wortes, einfach langweilig geworden. da wir uns nicht einer ständigen bedrohung essentieller lebensgrundlagen stellen müssen, haben wir eine kultur übers leben erstellt, einen lifestyle, der die kultur des überlebens abgelöst hat. aber machen wir uns weniger sorgen und haben weniger ängste? nein. eine kultur übers leben westlicher ausformung schürt von klein an ängste und unsicherheiten. warum? weil es viel unklarer ist, welche notwendigkeiten über das leben gefordert sind, als die einfachen notwendigkeiten im überlebenskampf. es ist dieser ständige wandel an anforderungen, an moden, an technischen und sozialen entwicklungen, die die kultur des lebens zu einer kultur des überlebens in einer medienorientierten massengesellschaft machen. viele suchen das über-leben, das optimale leben, die eingliederung in der hackordnung ganz oben, ein prinzchen&prinzesschenprinzip das kein genügen kennt. kein mittel ist zu minder, um zu medialer aufmerksamkeit (respektive deren geldleistungen) zu kommen, vom seelenstriptease bis zur herabwürdigung in jahrelang nicht bezahlten praktikantenstellen, jeder möchte seine 15min warholschen ruhm und mehr. immer mehr menschen ist dieser starletmoment beschieden, als wiederaufrufbarer nebenaspekt im digitalen archivierungswahn. man übergibt sich gerne in die abhängigkeit von der verwertungsmaschine aufmerksamkeit und nimmt ebenso deren fragwürdige lebensqualität in kauf. die kultur übers leben ist zu einer kultur der ablenkung vom leben verkommen. ein leben für die anderen, aber ohne philanthropischen hintergrund – eher im gegenteil. über dem leben der anderen zu stehen, hinabblicken zu können, scheint ein motivator ersten ranges in einer gesellschaft der aufmerksamkeit zu sein, ein wohl zutiefst menschlicher charakterzug, der schon in kleingruppen von frühester jugend an zum tragen kommen mag, aber als dauerzustand müde macht. an einem wettbewerbsprinzip ist an sich nichts auszusetzen, wenn es nicht als einziges motiv des lebens übrig bleibt. werte sind heute der fluktuation der aufmerksamkeit unterworfen und schwappen im news-takt an den pool der user. es gibt keine rezipienten mehr, nur solche, die beobachtungen gebrauchen und brauchen. eine verwendungsgesellschaft für den eigenen vorteil und vergnügen. die kollegenschaft im geschäftsalltag folgt dem gleichen gängelband der veränderung wie die formate der fernsehsender und der sozialmedialen co-evolution. konzentriert in den multiplikatoren der aufmerksamkeit. bloggen, flickern, twittern, interessensharing. elektronische bücher mit tausend gesichtern entfernter bekannter als freundesnachweisreport, mein raum als flirrendes schaufenster der kinderzimmerkünste. video und fernsehschnipsel, spammail, fotowälder, gehaltsscheck und ein bisschen frenchfry-lob. das bleibt über. kein wunder dass büroserien boomen. kein wunder dass digitale selbstprofilierung in vermeintlich mondänen sozialen netzwerken en vogue sind und profanitäten frohgemut mit publishing verwechselt werden. büroalltag und beziehungsnormalität, als selbstgestrickte soapopera, reality tv, freundespyramiden und what are you doing right now als freizeitbesinnung. ein monolog in eine technische apparatur, sei es auch die apparatur eines großkonzerns. ein monolog, der drei schritt weit in die leere hallt. monologe als kommastelle von ziegruppenauswertungen. user created content, der sich selbst wiederkäut. der schweigsame blick in eine wiedergabegerät, das vermeintlich über das leben erzählt. der leere blick ins eigene aufmerksamkeitsmanagement, ins start-up getue von distributionssoftware, mit der man sich im überblick behält, der man seine wohnzimmerlebensmeinung überantwortet und mit der man seine partyerfolge begräbt. ein über ich, selbstgeschaffen, selbst individualisiert , selbst fragmentarisiert. adrenalin für die einzelmasse. hipp hipp hurra, mit allen anderen unter allen anderen, unter allem anderen. über das leben anderer geriert sich eine kultur übers leben der anderen. weil überhaupt unter beobachtung spiegelung verstanden wird. wir sehen zu wie andere überleben und wollen es ihnen anders gleich tun, um die unsrige langeweile als wiederholung abgefeiert zu bekommen. wer sieht dabei zu? wir selbst zu allererst. ein kind in verkleidung, das sich vor einem kleinen bunten plastikspiegel mit würstchen überisst. wie soll man das überleben?

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